Loki

Geboren: *02.05.2018
Rasse: Polnisches Kaltblut
Stockmaß: 1,65m (noch im Wachstum)
Bei mir seit: 31.07.2020
Charakter: verschmust, neugierig, motiviert
Krankheiten: PSSM1 Genträger

Unsere Geschichte

2020

Loki kam im Sommer 2020 zu uns. Wir haben ihn von einem Händler gekauft, der ihn kurz zuvor aus Polen importiert hat.
Ich möchte hier einmal eine Lanze brechen für Pferdehändler. Wie in allen Branchen gibt es sicherlich auch hier schwarze Schafe, dennoch sind meine Erfahrungen (und die einer Freundin, die ebenfalls ein Pferd bei ihm gekauft hat) durchweg positiv. Man sollte natürlich immer schauen, wie es den Pferden dort geht und wie sie behandelt werden, aber das gilt auch bei Züchtern oder Privatpersonen.
Zu Lokis Vorgeschichte: Das Jahr 2020 war sicher sehr stressig für Loki. Er wurde im Juni kastriert, kurz darauf eingefahren (mit gerade einmal 2 Jahren) und kam dann nach Deutschland zum Händler und kurz darauf zu uns. Ich habe ihn kennen gelernt, als er gerade 2 Tage in Deutschland war und er kam mit offenen Maulwinkeln aus Polen an - mehr weiß ich nicht.
Am 31.07.2020 kam er zu uns und wurde uns sogar gebracht. Loki ließ sich anfangs nicht anfassen. Also so lange er am Strick war, war alles gut und er hat es ertragen, aber wenn er die Wahl hatte, ist er ausgewichen. Nicht panisch, nicht aggressiv, aber er hielt nicht so viel vom kontakt zu Menschen.
Die ersten Tage bestanden also darin, einfach nur da zu sein. Ich habe mich auf seinen Integrations-Paddock gesetzt und war einfach da. Irgendwann siegte die Neugierde und er kam zu mir. So konnte er nach und nach wieder Vertrauen fassen und ist heute ein richtiger Schmuser.
Ich habe mich in den ersten Monaten vor allem auf die Grunderziehung und Alltagssituationen konzentriert, also führen, anhalten, rückwärts am lockeren Seil, ruhiges stehen am Putzplatz, Hinterhand zur Seite schieben, Hufe geben, Spray-Flaschen usw. Zum Spätsommer waren wir dann bereits in der Gruppe und alleine mit ihm spazieren und haben auch das ein oder ander Gelassenheitstraining erfolgreich absolviert.
Auch wenn im Training alles super lief und er einen guten und aufgeweckten Eindruck gemacht hat, merkte ich doch, dass irgendwas nicht stimmt. Er hatte einen richtigen Blähbauch und sehr stumpfes Fell. Nach einem Blutbild und einer Kotprobe war die Ursache schnell gefunden: Loki hatte Würmer! Schlussendlich musste er 3 mal entwurmt werden, um alles los zu werden. Doch bei dem ganzen Stress in der ersten Jahreshälfte ist es nicht verwunderlich, dass das Immunsystem irgendwann schlapp macht. Abgesehen davon hat sich Loki gut eingelebt und auch super in die Herde integriert.
Im Herbst/ Winter dann habe ich angefangen ganz spielerisch erste gymnastizierende Übungen am Kappzaum mit einzubinden, was er wirklich super gemacht hat. Er lernt super schnell, weswegen ich mich oftmals bremsen muss, um ihn nicht zu überfordern. Alles in allem haben wir es in den ersten 5 Monaten geschafft, dass Loki wieder Vertrauen zum Menschen fasst, unbekannten Dingen aufgeschlossen und neugierig begegnet und neben der Grunderziehung auch schon erste gymnastizierende Übungen ins Training einzubauen. Trotz gesundheitlicher Rückschläge alles in Allem ein erfolgreicher Start ins Abenteuer Jungpferdeausbildung.

2021

Im Frühjahr sind Merlin und Loki an unseren alten Stall gezogen, an dem Merlin schon mal stand. Der Stallwechsel war für Loki und ein weiteres Jungpferd, was mit kam sehr aufregend. Umso schöner war es, dass die drei (Merlin, Loki und das Pferd einer Freundin) zusammen standen, ohne andere pferde. So änderte sich nur die Umgebung, aber die Pferdefreunde blieben (zumindest teilweise) die gleichen. Die Anlage ist deutlich größer als der andere Stall, mit mehr Trainingsmöglichkeiten, mehr anderen Pferden und auch mehr gruseligen Stellen. Doch all das hat Loki augenscheinlich nicht weiter gestört. Natürlich gab es hier und da Momente, in denen er skeptisch reagiert hat, wenn wir den Hof erkundet haben. Dennoch wirkte meist entspannt und gelassen.
Doch auch wenn man es ihm am Verhalten nicht angemerkt hat - innerlich hat ihn das letzte Jahr doch mitgenommen: Kastration, Einfahren, Umzug zum Händler, Umzug zu uns, neue Herde, Verwurmung, Stallwechsel,... Gerade für ein so junges Pferd im Wachstum ist das eine ganze Menge. Da Loki jedoch nie offensichtliches Stressverhalten gezeigt hat, dachte ich, alles wäre okay. Doch für seinen Körper und den Stoffwechsel war es zu viel, was sich im Fellwechsel bemerkbar machte. Er hatte auch im Sommer bei über 30°C noch teilweise Winterfell und schwitzte entprechend stark bereits im Ruhezustand. Im Juni haben wir ihn dann geschoren, was er anstandslos mitgemacht hat, als hätte er noch nie was anderes gemacht. Außerdem habe ich seinen Stoffwechsel mit Kräutern unterstützt, was ihm wirklich gut getan hat. Das Winterfell glänzt, ist gleichmäßig und dicht.
Trainingstechnisch hat sich auch einiges getan. Wir haben erste Seitengänge entwickelt und nach langer und schonender Gewöhnung auch mit der Arbeit am Gebiss (Handarbeit) begonnen. Loki macht das trotz offensichtlicher negativer Erfahrungen (offene Maulwinkel bei Kauf) super mit und reagier sehr fein auf die Zügelhilfen. So haben wir die Seitengänge weiter verfeinert und arbeiten zur Zeit am Schulterherein und Konterschulterherein. Auch den Trab verfeinern wir nach und nach. Vom formlosen Trab am langen Seil neben mir zum gezielten Antraben aus der Hinterhand in der Handarbeit.
Auch mit Loki nehme ich Unterricht bei Nadja Krumbiegel in Berlin. Da ihn die langen Fahrten jedoch noch ziemlich fordern und anstrengen waren wir in diesem Jahr nur 2 mal zum Training. Dennoch konnten wir sehr viel mitnehmen und arbeiten weiter an der Handarbeit.
Über den Herbst/Winter habe ich die Seitengänge an der Hand weiter verfeinert und ausgebaut, sodass nun alle Seitenfänge im Schritt gut sitzen und wir auch schon erste kleine Trab Reprisen einbauen können. Zudem haben wir ab Oktober den Galopp an der Longe ins regelmäßige Training eingebaut. Zunächst liegt der Fokus rein auf dem angaloppieren, denn das fällt Loki sehr sehr schwer auf der Zirkellinie. 

2022

In der Handarbeit passiert nicht viel neues. Wir steigern die Anforderungen schrittweise in den Seitengängen, sodass nun lange Seiten, Volten oder Zirkel im Seitengang sowohl im Schritt als auch im Trab absolviert werden. Die Galopparbeit ist zäh, aber es wird. Haben wir im Oktober noch mit dem reinen angaloppieren Schwierigkeiten gehabt, schafft Loki schon eine viertel bis halbe Zirkelrunde an der Longe, was bei so einem großen und schweren Pferd nicht selbstverständlich ist.
Ende März war es dann so weit: Die monatelange Vorbereitung wurde (eher spontan) auf den Prüfstand gestellt und ich saß das erste mal auf meinem Jungpferd. Es folgen jedoch nun keine halsbrecherischen Berichte vom einreiten, denn es war herrlich unspektakulär. Ich bin aufgesessen und eine Freundin hat ihn einmal kurz in jede Richtung mobilisiert. Dann bin ich abgestiegen und die Einheit war beendet. Im April haben wir dann im Unterricht bei Ronja Engelbrecht das Konzept Reiten weiter vertieft und seither wird Loki ca. 1x pro Woche geritten. Mittlerweile geht er ohne Führperson im Schritt und Trab mit Reiter auf großen Linien. Außerdem haben wir schon erste kleine Seitengänge abgefragt, was Loki super umgesetzt hat, alles ohne Stress, Drama, Buckeln oder sonst was. So sollte Jungpferdearbeit sein: Unspektakulär.

Nachdem wir also die Basis zum Reiten hatten (mit Fellsattel), habe ich einen Sattler kommen gelassen, damit wir einen "richtigen" Sattel für Loki bestellen können. Die Monate, bis wir den Sattel dann im Herbst hatten, haben wir reittechnisch weitestgehend pausiert und haben uns auf die Bodenarbeit konzentriert,

Im Herbst ging es dann wieder langsam los und wir haben zum Jahresende hin sogar den ersten Galopp unterm Sattel geschafft - ich bin unfassbar stolz auf den "Kleinen".

2023

Das Jahr beginnt für Loki mit einigen Umbrüchen: Einerseits ist Merlin in sein neues Zuhause gezogen, andererseits stand auch für Loki ein großer Umzug auf dem Plan: Von der Lausitz ins Allgäu- ca. 8,5 Std. Transporterfahrt waren sicher sehr stressig für ihn und er sollte sich nun in seiner neuen Herde einleben. Doch das Glück hielt nicht lange. Nach gerade einmal 3 Wochen wurden wir aus dem Stall geworfen!  Die offizielle Begründung: Loki sei nicht herdentauglich und aggressiv. Er habe in den 2 Wochen, in denen er in der Herde war, mehrere Pferde blutig gebissen haben, mehrere Decken zerstört haben und nach Menschen getreten haben! Ein Schock für mich, denn so kenne ich Loki nun gar nicht. Ich vermute im Nachgang auch andere Beweggründe, doch sei es drum, wir brauchten eine neue Bleibe und wurden dank einer lieben Followerin auf Instagram (und mittlerweile einer guten Freundin) schnell fündig. Ich wollte Loki zwar einen weiteren Stallwechsel ersparen, doch leider lag dies nicht in meiner Macht. Nach ein paar Wochen Eingewöhnung hat er sich jedoch gut in die Gruppe integriert und von dem nachgesagten "blutrünstigen" Verhalten fehlte jede Spur.

Wir hatten im Frühjahr/ Sommer einige Unterrichtseinheiten bei Christina Wunderlich und weiteren Bereitern der Oliveira Stables in Waal, die uns sehr weiter gebracht haben. Im Juli stand dann mein Jahreshighlight an: die FEIRA - ein kleine Hausmesse in den Oliveira Stables mit mehreren Turnieren. Hier sind Loki und ich in der Basisklasse und beim Pas de Deux mit einer Freundin gestartet. Außerdem waren wir bei den Programmpunkten Rassevielfalt und am Tag der Ausbildung zu sehen. Loki war einfach klasse und hat sich von der Kulisse (einer Tribüne mit über 300 Zuschauern) nicht aus der Ruhe bringen lassen.

Übers Jahr haben wir so unfassbar viel gelernt und uns gemeinsam weiter entwickelt. Von ersten Piaffe-Tritten bis zum Außengalopp haben wir uns sehr viel erarbeitet und dabei nie die Freude verloren. Loki macht mich so unfassbar stolz und ich bin sehr dankbar, dass er den Weg zu mir gefunden hat.


To be continued...

hk pferdetraining

Katharina Haase
Mobil: 0172 21 28 606
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